
Die "www"-Subdomain signalisierte einst technische Notwendigkeit und Seriosität — heute ist sie nur noch ein überholtes Relikt aus den Anfangszeiten des Internets.
Der Trend der letzten Jahre ist eindeutig:
Immer mehr neue Websites nutzen den "www"-Zusatz in der Domain nicht mehr.
Browser wie Firefox oder Chrome setzen einen Rahmen um die Adresse und entfernen das "www" automatisch, auch wenn es technisch mit der Domain verbunden ist.
Das "www" in der Domain wird optional.
Welchen Zweck erfüllt die "www"-Subdomain?
Die Nutzung von www. lässt sich bis in die Neunzigerjahre zurückverfolgen, als es üblich war, mehrere Dienste auf einer Domain zu betreiben, beispielsweise Mailserver (mail.), FTP-Server (ftp.) und andere. Der öffentliche Bereich wurde der Subdomain www. zugeteilt, was klar vermittelte, dass es die Website ist.
Auch technisch kann es sinnvoll sein, www. zu verwenden. Wenn man beispielsweise ein Cookie auf der Root-Domain (ohne www.) setzt, ist das Cookie gültig für die Root-Domain und alle Subdomains. Dies ist nicht der Fall, wenn das Cookie auf der "www"-Subdomain gesetzt wurde.
Auch die CDN- und DNS-Verwaltung ist einfacher, wenn man www. für die Website nutzt. So lässt sich www. bequem mit einem CNAME zu einem anderen Server leiten, ohne dass man explizit eine IP im A-Record verwendet werden muss, um die Website einem Webserver zuzuweisen.
Aus technischer Sicht ist die Verwendung von "www" in der Domain logisch und gut erklärbar. Das berücksichtigt jedoch nicht, wie normale Webnutzer www.-Domains sehen. Und das ist bei der Entscheidung für oder gegen die Nutzung von www. oft entscheidend.
Warum verschwindet das "www" aus dem Web?
Es hat einfach mit dem geringen Nutzen zu tun, wenn man ihn gegen die Nachteile abwägt. Es gibt einfach mehr Nachteile als Nutzen. In einem solchen Fall ist das Weglassen einfach eine Selbstverständlichkeit.
Wann hast du das letzte Mal eine Domain zusammen mit www. am Anfang in den Browser eingetippt? Ganz ehrlich, du weißt es nicht mehr? Ich auch nicht.
Niemand gibt www. in die Adressleiste ein, außer aus Langeweile. Es ist einfach unnötig. Menschen sind von Natur aus faul und jedes Zeichen, das man zusätzlich in die Adressleiste eintippen muss, ist wie ein anstrengender Marathonlauf.
Puh — das www. ist drin, jetzt tippe ich den Domainnamen auch noch ein, der weitere 30 Zeichen lang ist...
Niemand braucht das.
Ich finde es gut, dass die Browser den ersten Schritt machen und das www. verbannen. Sie signalisieren uns Website-Betreibern, dass es endlich Zeit wird, sich auf das moderne Web umzustellen. Ein Web, in dem Einfachheit und Effizienz die zentralen Kernpfeiler jeder Website sind.
Das "www" weglassen, die Vorteile
Das www. wird aus dem modernen Web verschwinden und dann profitiert man von den folgenden Vorteilen:
- kürzere, einprägsamere URLs
- bessere Lesbarkeit und mehr Vertrauen
- einfacheres Branding
- weniger technische Komplexität
- konsistente Weiterleitungen ohne Dopplungen
- klarere Canonical-Strukturen für Suchmaschinen
- moderner, zeitgemäßer Web-Auftritt
Da ich ein Freund der Einfachheit bin, verzichte ich mittlerweile auf das www. bei meinen Websites. Ehrlich gesagt vermisse ich es nicht. Man schaue sich nur die oben aufgezählten Vorteile an.
Auch meinen bestehenden und zukünftigen Kunden empfehle ich, das www. wegzulassen. Es bietet einfach keine Vorteile und bringt nur Altlasten mit. Das Internet verändert sich. Man muss sich diesen Veränderungen stellen. Als Personen in Führungspositionen müssen wir den Wandel beobachten und rechtzeitig handeln.
Fazit
Die "www"-Subdomain ist überholt und altmodisch.
Sie bietet nur aus technischer Sicht nennenswerte Vorteile. Sobald die Technik aufhört, lassen sich für die Nutzung von "www" in der Domain keine Vorteile finden.
CDNs, DNS oder komplexe Legacy-Infrastrukturen können die Verwaltung der Website mit dem Einsatz von www. vereinfachen oder sogar voraussetzen. Doch für die meisten Websites trifft das nicht zu.
Für klassische Unternehmensseiten, Blogs oder Online-Shops ist www. unnötig und verzichtbar.