Wie du WordPress ohne SEO-Plugins für Suchmaschinen mit Bordmitteln optimierst

Vitali Lutz
Expertise für einfache Perfektion
Aktualisiert am 04. Februar 2026
Alarm 8:18 Minuten Lesezeit

Vor kurzem führte ich eine Diskussion mit einem Bekannten, bei der es natürlich um Websites, WordPress, SEO und darum ging, wie man eine Website am schnellsten in die Top 10 bei Google und anderen Suchmaschinen bringt.

Schnell entwickelte sich das Gespräch in die Richtung, dass man ohne SEO-Plugins für WordPress kaum etwas erreichen könne.

Dem habe ich widersprochen, denn einige meiner SEO-Dienstleistungskunden erzielen Spitzenrankings, ohne dass SEO-Plugins zum Einsatz kommen. Genau das möchte ich in diesem Artikel einmal erklären.

Meiner Meinung nach sind SEO-Plugins ohnehin "ersetzbar" — sie sind keinesfalls notwendig, um Top-Rankings zu erreichen.

WordPress SEO-Plugins: Wie man seine Website verschlimmbessert

Die meisten WordPress-Plugins, die für SEO-Optimierung eingesetzt werden, sind oft hoffnungslos überladen. Zwar bieten sie einige nützliche Funktionen, doch meiner Meinung nach überwiegen die Nachteile deutlich die Vorteile.

Die Plugins adressieren die sogenannte On-Page-Optimierung. Es geht also darum, die Optimierung direkt auf der Website vorzunehmen. Das ist ein sehr wichtiger Erfolgsfaktor, denn wenn die Website intern nicht optimal für SEO aufgestellt ist, ist sie aus SEO-Sicht nicht konkurrenzfähig.

Der Vorteil von SEO-Plugins für WordPress liegt darin, dass sie viele wichtige Funktionen in einem Paket bündeln. Du installierst ein einziges Plugin und erhältst eine Vielzahl von Optionen zur Optimierung deiner Website.

Kommen wir nun zum eigentlichen Problem...

Da Millionen WordPress-Nutzer solche Plugins einsetzen, passiert genau das, was zu erwarten ist:

Das Plugin platzt aus allen Nähten, weil es versucht, jedem gerecht zu werden.

Jeder fordert neue Features, die implementiert werden müssen. So werden die Plugins kontinuierlich mit allen möglichen Wunschvorschlägen ausgestattet. Das Plugin wird dadurch immer "fetter" und kann im schlimmsten Fall anfällig für Sicherheitslücken werden.

Brauchen wir das? Nein.

Also überlegen wir uns, wie wir ganz ohne Plugins unsere WordPress-Seite nach vorne bringen.

SEO-Maßnahme 1: Hilfreicher Inhalt für die Besucher

Schätzungsweise sind über 80 % des SEO-Erfolgs dem Inhalt zuzuschreiben. Lies diesen Satz mehrmals durch, damit du es wirklich verstehst. Er ist wichtig.

Was machen viele WordPress-Nutzer?

Sie erstellen durchschnittliche oder schlechte Inhalte und versuchen dann, diese Schwachstelle durch SEO-Plugins auszugleichen. Natürlich funktioniert das nicht. Es ist, als würde man versuchen, ein löchriges Boot mit Klebeband zu reparieren, das hält einfach nicht.

Konzentriere dich darauf, Inhalte zu erstellen, die deinen Besuchern gefallen. Nützliche Inhalte, die man gerne weiterempfiehlt und von denen man mehr haben möchte. Solche Inhalte entfalten die eigentliche SEO-Magie.

Einige Tipps für solche Inhalte:

  • Probleme der Leser lösen. Schreibe Inhalte, die konkrete Fragen beantworten oder Probleme deiner Zielgruppe lösen. Menschen teilen und verlinken Inhalte, die ihnen wirklich helfen.
  • Verständlich und klar schreiben. Vermeide unnötigen Fachjargon, schreibe kurze Absätze und benutze Überschriften. Gut strukturierte Inhalte werden besser gelesen und häufiger geteilt.
  • Tiefe statt Masse. Lieber einen ausführlichen Artikel, der ein Thema komplett behandelt, als viele oberflächliche Beiträge. Suchmaschinen belohnen Inhalte, die umfassend und hochwertig sind.
  • Einzigartige Perspektive einbringen. Teile persönliche Erfahrungen, Fallbeispiele oder eigene Einschätzungen. Das macht Inhalte unverwechselbar und interessanter für Leser.
  • Medien sinnvoll einsetzen. Bilder, Grafiken, Videos oder Infografiken lockern den Text auf und erhöhen die Verweildauer der Besucher.
  • Interne Verlinkung nutzen. Verlinke innerhalb deiner Website auf thematisch passende Inhalte. Das verbessert die Navigation für Besucher und stärkt die SEO-Struktur.
  • Inhalte regelmäßig aktualisieren. Veraltete Informationen abschreiben oder ergänzen. Frische Inhalte signalisieren Suchmaschinen, dass deine Website aktuell und relevant ist.
  • Nutzererfahrung optimieren. Schnelle Ladezeiten, mobile Optimierung und übersichtliches Layout sind entscheidend. Selbst der beste Inhalt verliert an Wirkung, wenn die Seite schlecht bedienbar ist.

Bevor du mit dem Schreiben beginnst, stelle dir nur eine einzige Frage:

Welchen einen Nutzen erhält mein Leser nach dem Lesen, von dem er maximal profitiert?

Wenn jeder Artikel nach dieser einfachen Strategie erstellt wird, wirst du Inhalte produzieren, die deine Besucher wirklich lieben. Genau das mache ich auch, wenn ich meine Artikel schreibe: Ich konzentriere mich auf eine Sache, die meine Leser klar erhalten.

SEO-Maßnahme 2: WordPress-Einstellungen

WordPress bietet einige Einstellungen im Dashboard, die SEO-Maßnahmen begünstigen. Folgende Einstellungen solltest du vornehmen, um dein WordPress-SEO zu verbessern:

Permalinks einstellen

Zweck: Saubere URLs, die von Suchmaschinen besser verstanden werden.

Gehe zu Einstellungen → Permalinks und wähle "Beitragsname" aus. Dadurch erhalten alle Artikel saubere, benutzerfreundliche und suchmaschinenfreundliche URLs, die leichter zu merken und ansprechend sind. Sie sorgen auch für mehr Klicks in den SERPs.

Keyword im Beitragstitel

Zweck: Den Titel mit dem Kernthema des Inhalts verbinden.

Diese SEO-Maßnahme ist fast genauso wichtig wie die Inhaltserstellung selbst: Der Titel muss das Kernthema des Artikels in kurzer, prägnanter Form beschreiben.

Wenn sich der Artikel zum Beispiel mit dem Thema "Fitness-Tipps für Rentner" beschäftigt, sollte der Titel genau dieses Thema widerspiegeln. Das ist extrem wichtig für die spätere Platzierung des Inhalts in den Suchmaschinen!

Sichtbarkeit für Suchmaschinen

Zweck: Erlaube Suchmaschinen wie Google, die Website in den Suchindex aufzunehmen.

Gehe zu Einstellungen → Lesen. Stelle sicher, dass "Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren" nicht aktiviert ist. Dadurch stellst du sicher, dass Suchmaschinen Inhalte verarbeiten und in den Suchindex aufnehmen können.

Kategorien und Schlagwörter sinnvoll nutzen

Zweck: Bessere Navigation und interne Verlinkung.

Strukturiere Beiträge mit klaren Kategorien und ein bis zwei relevanten Schlagworten. Sobald du Inhalte erstellst, stelle sicher, dass sie mit Schlagworten versehen und einer oder mehreren Kategorien zugeordnet werden. Dadurch können Suchmaschinen besser nachvollziehen, welche Inhalte zusammenhängen.

Medien optimieren

Zweck: Medien für bessere Sichtbarkeit und Barrierefreiheit optimieren.

Suchmaschinen können keine Bilder lesen. Wir müssen ihnen durch umliegenden Text und durch Alt-Texte beschreiben, worum ein Bild handelt. Das betrifft alle Medien, auch Videos, Audios.

Kommentare & Spam kontrollieren

Zweck: Saubere Inhalteseiten ohne Spam und Duplicate Content.

WordPress-Seiten werden häufig zugespammt durch minderwertige oder werberische Kommentare. Wenn du Kommentare aktiviert hast, musst du jeden Kommentar moderieren, um deine Website sauber zu halten.

Entferne Kommentare mit Links und sollte jemand zu allgemeine, nicht auf den Beitrag bezogene Kommentare posten, einfach löschen. Nützliche und sinnvolle Kommentare sieht man sofort. Den Rest kannst du löschen.

Weniger Kommentar-Spam ist besser für deine Website und für SEO.

SEO-Maßnahme 3: Off-Page-Optimierung

Deine Website hat guten, nützlichen Inhalt und ist technisch auf dem neuesten Stand? Dann kannst du mit Off-Page-Optimierung starten. Diese Maßnahmen umfassen alles, was außerhalb deiner Website passiert, um dein Ranking in den Suchmaschinen zu verbessern.

Du suchst Websites, die relevant zu deinem Inhalt sind, und beteiligst dich an deren Inhaltserstellung. Du erstellst Inhalte, steigerst deine Sichtbarkeit und setzt hin und wieder einen Link zu deiner eigenen Website. Dadurch wird ein kleines Stück Autorität auf deine Website übertragen, und das hilft enorm beim Ranking in den Suchmaschinen.

Ich nutze dafür oft Community-Websites, zum Beispiel Foren. Das ist einfach und sehr sicher.

Auf Community-Seiten kann man sich sehr leicht in die Gemeinschaft integrieren und ein Teil davon werden. Man kann Wissen oder Ideen mit anderen austauschen und Connections aufbauen. Das hilft nicht nur deiner Website, sondern auch deiner Reputation und deiner gesamten Karriere, da wertvolle Geschäftsbeziehungen entstehen können.

Alternativ kannst du Artikel auf Plattformen veröffentlichen, die sich an Autoren richten, zum Beispiel Medium.com. Achte auf Qualität und biete Nutzen mit jedem Artikel, den du veröffentlichst. Hin und wieder kannst du in deinen Artikeln auf deine Website verlinken.

Wenn du noch soziale Medien in die Off-Page-Optimierung einbringen könntest, wäre es perfekt! Auch hierbei geht es im Grunde darum, Inhalte zu veröffentlichen, Sichtbarkeit zu steigern und Links zu deiner Website zu setzen.

SEO-Maßnahme 4: Content-Erstellung und -Updates

Du musst dich kontinuierlich auf die Erstellung neuer Inhalte konzentrieren. Diese sollte regelmäßig erfolgen, mindestens einmal wöchentlich. Suchmaschinen müssen erkennen, dass deine Website aktiv ausgebaut und betreut wird.

Außerdem müssen alte Inhalte regelmäßig überprüft und leicht bearbeitet werden, damit die Suchmaschinen erkennen, dass du auch die alten Inhalte pflegst und sie aktuell hältst.

Wenn du die beiden oben genannten Maßnahmen regelmäßig umsetzt, wird deine Website nicht anders können, als in den Rankings nach oben zu klettern. All das sind bewiesenermaßen die besten Praktiken, um eine Website dauerhaft in den Rankings weit oben zu halten.

SEO-Maßnahme 5: Besucher analysieren

Was ist der nächste logische Schritt, sobald du erste Besucher hast?

Wer eine Besucheranalyse betreibt, weiß nicht nur, wie viele Besucher eine Website hat, sondern auch, welche Inhalte sie besonders interessieren.

Du musst herausfinden, welche Inhalte sie mögen. Jede Website hat gut und schlecht funktionierende Inhalte. Du willst herausfinden, welche Inhalte auf deiner Website gut und welche schlecht funktionieren. Dazu nutzt du ein Tool zur Besucheranalyse.

Europäische Website-Betreiber haben hier das Nachsehen: Aufgrund strenger Datenschutzvorschriften kann man nicht einfach das Verhalten jedes Besuchers ohne Zustimmung analysieren. Das gilt als Eingriff in die Privatsphäre und hierfür ist die aktive Zustimmung erforderlich.

Es wird also ein Consent-Banner benötigt, das in der Regel sofort über die gesamte Seite reicht, wenn jemand die Seite betritt. Das ist zwar schlecht für das Benutzererlebnis, jedoch dürfen personenbezogene Daten nicht mehr ohne diese Zustimmung gesammelt und ausgewertet werden.

Als Webanalyse-Software empfehle ich die kostenlose PHP-Lösung Matomo. Du kannst sie auf deinem Webhosting installieren und behältst so die Besucherdaten sowie alle Daten, die du auf der Website sammelst, auf deinem Server.

Nach der Installation muss es in die Website eingebunden werden. Viele WordPress-Themes bieten dafür die Möglichkeit, einen benutzerdefinierten HTML-Code einzufügen.

Als Nächstes gilt es, in den nächsten Wochen alle Besucher zu erfassen und zu analysieren, welche Seiten sie besuchen, wie lange sie auf den Seiten verweilen und welche Links sie anklicken.

Zum Schluss kannst du bei Matomo direkt einsehen, welche Seiten wie viele Besucher hatten. Somit weißt du, welche Inhalte am besten funktionieren. Inhalte mit den meisten Besuchern und einer möglichst langen Verweildauer sind gut und du solltest mehr von solchen erstellen.

Optional: Hilfreiche Plugins, die die SEO-Wirkung verbessern können

Jetzt fragt man sich natürlich, ob bestimmte einzelne WordPress-Plugins das SEO-Ergebnis beschleunigen und verbessern könnten. Die Antwort lautet: Ja, das kann man.

Folgende Plugins sind optional, aber sehr empfehlenswert:

  • XML-Sitemap-Generator: Es gibt Plugins, die alle Inhalte einer Website scannen und eine kompakte Datei erstellen. Diese Art von Karte zeigt, welche Inhalte auf der Website veröffentlicht sind. Das hilft Suchmaschinen wie Google, alle Inhalte schneller zu finden.
  • META-Titel und META-Description: Es gibt Plugins, mit denen du für jeden Inhalt benutzerdefinierte META-Daten eingeben kannst. Suchmaschinen nutzen diese Informationen häufig, um auf den Suchergebnisseiten (SERPs) darzustellen, worum es auf der Seite geht.
  • Auto-Linking: Es gibt Plugins, die dabei helfen, zusammengehörende Inhalte, die ähnliche Tags (Schlagworte) haben, automatisch zu verlinken. Dadurch verbessert sich die interne Verlinkung deutlich, was in jedem Fall SEO-Vorteile bietet, wenn man es nicht übertreibt. Zwei bis drei interne Links pro Artikel sind in Ordnung, alles andere könnte zu viel sein.

Die oben genannten WordPress-Plugins würde ich als Standardausrüstung für jede WordPress-Seite bezeichnen. Entsprechende Funktionen sind leider nicht Teil der Grundinstallation von WordPress und müssen daher separat integriert werden.

Fazit

WordPress lässt sich perfekt für SEO optimieren, ganz ohne Plugins. Lass dir keine Plugins andrehen, die deine Website durch Zauberhand erfolgreich in den Suchmaschinen machen sollen.

Ich habe genügend erfolgreich WordPress Webseiten gesehen, die absolut nichts für SEO gemacht haben und sich nur auf den Inhalt konzentriert haben und erfolgreich wurden. Die Maßnahmen von oben sind dagegen bereits eine extreme Hilfe für schnellere Resultate.

SEO ist ein Milliardenmarkt. Viele Anbieter versuchen, dir unnötige Sachen oder Dienstleistungen zu verkaufen, die kaum oder gar keine messbaren Ergebnisse bringen.

Die Maßnahmen, die ich in diesem Artikel vorgestellt und erklärt habe, funktionieren und produzieren Ergebnisse, nicht nur für mich, sondern auch für meine WordPress-Kunden. Sie sind schnell umgesetzt und bestechen durch Einfachheit und Effizienz.

Das ist die beste Herangehensweise an komplexe Themen wie SEO. Schnell implementieren und nachhaltig optimieren und verbessern.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was soll ich tun, wenn ich keine SEO-Plugins nutze?

Der Fokus sollte zu 100 % auf Inhalten liegen, die für die Nutzer und nicht für die Suchmaschinen optimiert sind. Der Trend geht in Richtung "User first, search engines after".

Funktioniert SEO denn überhaupt noch?

Ja, und das wird noch lange funktionieren. SEO ist für die meisten Websites die wichtigste Quelle für Besucher und Kunden, daher wird dieser Motor auch noch sehr lange laufen.

Kann man seine Website auch überoptimieren?

Ja, das kommt sogar sehr häufig vor! Zu viele Plugins, zu viele Begriffe, die zu häufig in Beiträgen auftauchen, und der Klassiker: zu viele Backlinks, von denen viele gekauft sind. Damit das nicht passiert, solltest du einfach Inhalte erstellen, die besser sind als alle anderen in deiner Nische. Das ist das beste SEO überhaupt.

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