Du willst Texte für Website erstellen mit KI? Das musst du dir noch einmal überlegen...

Vitali Lutz
Expertise für einfache Perfektion
Aktualisiert am 03. Februar 2026
Alarm 5:05 Minuten Lesezeit

Wenn jeder zweite Website-Betreiber seine Texte mit KI erstellt, wohin wird uns das in Zukunft führen? Genau aus diesem Grund schreibe ich diesen kritischen Beitrag, der sich mit der automatischen Texterstellung durch KI auseinandersetzt.

Der aktuelle Sachstand ist folgender:

Immer mehr Websites setzen bei der Texterstellung auf künstliche Intelligenz. Was auf den ersten Blick wie eine enorme Zeit- und Kostenersparnis erscheint, erweist sich bei genauerer Betrachtung oft als problematische Entscheidung mit weitreichenden Folgen.

Ich sehe täglich neue Websites, die vollständig mit KI erstellt wurden. Unfassbar ist, dass Google solche Websites in die Top 10 lässt. Diese Webseiten nehmen denjenigen Plätze weg, die ihre Inhalte per Hand, mit Sorgfalt und von Menschenhand erstellen.

Da stellt sich mir die Frage: Kannst du, Google, keine KI-Texte erkennen?

Ich möchte dieses Thema aufgreifen, weil es nicht zu übersehen ist, wie KI im Web (miss)braucht wird. Eigentlich muss dies sowohl von den Suchmaschinen als auch von den Behörden gestoppt werden, denn KI-Texte haben nichts mit geistigem Eigentum zu tun.

Wem gehört ein KI generierter Text eigentlich?

KI-Texte stehen in einem grundlegenden Spannungsverhältnis zum Begriff des geistigen Eigentums. Sie entstehen nicht aus eigener schöpferischer Leistung, sondern aus der statistischen Rekombination bereits vorhandener Inhalte, die zuvor von Menschen geschaffen wurden.

Jemand schreibt einen Text und veröffentlicht ihn auf seiner Website oder in einem Dokument. KI greift diesen Text auf und nutzt ihn bei der Texterstellung.

Eines vorab: Das ist Diebstahl geistigen Eigentums von Menschen, deren Texte ohne deren Zustimmung genutzt und reproduziert werden.

Das ist laut dem Urheberrechtsschutzgesetz strafbar.

Nicht ohne Grund werden gerade KI-Firmen in Milliardenhöhe abgemahnt. Sie stehlen Inhalte aus dem Web und lassen ihre Nutzer diese frei nutzen. Und sie verdienen kein Geld damit...

Diese Texte massenhaft als "Content" veröffentlicht, monetarisiert und von Suchmaschinen belohnt, oft ohne transparente Kennzeichnung oder rechtliche Einordnung. Damit verwischt die Grenze zwischen originärer geistiger Arbeit und automatisierter Textproduktion.

Wer KI-Texte als gleichwertigen Ersatz für von Menschen erstellte Inhalte betrachtet, entwertet journalistische, redaktionelle und kreative Arbeit.

Gleichzeitig wird damit ein zentrales Prinzip untergraben: Geistiges Eigentum ist an individuelle Leistung, Verantwortung und Urheberschaft gebunden.

Genau hier liegt das Kernproblem:

KI-Texte wirken kreativ, tragen aber selbst keine Verantwortung und besitzen keine eigenen Rechte.

Im Web werden sie trotzdem oft so behandelt, als wären sie menschliche Werke. Viele Internetnutzer erkennen nicht einmal, dass sie gerade KI-generierte Worte lesen. Wer haftet nochmal für falsche oder irreführende Inhalte im Internet?

Warum KI-Texte für Websites so attraktiv erscheinen

Der Einsatz von KI ist verlockend: Texte entstehen in Sekunden, sind günstig und scheinbar vielseitig einsetzbar. Würde man einen Text von einem "menschlichen" Autor erstellen lassen, würde man pro Text 30 Euro und mehr bezahlen.

Und wenn es um SEO-Texte geht, dann steigt der Preis noch einmal deutlich. KI dagegen, kann SEO-Texte kostenlos und in Sekundenschnelle generieren.

Die Vorteile sind offensichtlich, ebenso wie die Tatsache, dass KI-Texte nicht geschützt werden können.

  • Schnelligkeit und Skalierbarkeit
  • Geringere Kosten im Vergleich zu menschlichen Textern
  • Einfache Bedienung ohne tiefere Textkompetenz
  • Hohe Textmengen für SEO-Zwecke

Und das ist auch kein Wunder, wenn das Web gerade durch KI-Textmüll zugemüllt wird. Es gibt leblose Texte ohne Charakter, ohne Detailtreue und ohne Liebe zum Detail.

Die Qualität von KI-Texten: Austauschbar statt überzeugend

Was KI in großer Menge produziert, fehlt es häufig an Tiefe, Individualität und echter Überzeugungskraft. Genau das sind die Eigenschaften, die ein menschlicher Schreiber den Texten verleiht:

  • Generische Formulierungen und Floskeln
  • Fehlende Markenstimme und Tonalität
  • Inhalte ohne klare Haltung oder Botschaft
  • Schwierigkeit, komplexe Themen präzise darzustellen

KI-Texte greifen häufig auf allgemeine Formulierungen und bekannte Floskeln zurück.

Dadurch klingen Inhalte korrekt, aber austauschbar. Es fehlt an sprachlicher Schärfe, Originalität und Wiedererkennungswert.

Wenn Geschäfte zu KI-Texten greifen, riskieren sie einen Markenschaden.

Eine klare Markenstimme entsteht durch Haltung, Erfahrung und bewusste sprachliche Entscheidungen. KI kann zwar Tonlagen imitieren, trifft aber selten den Kern einer Marke. Das Ergebnis wirkt oft neutral und beliebig, statt authentisch.

Wenn du einen Malerblog liest, erwartest du die Erfahrung und Expertise eines Malermeisters. Du erwartest keine KI-Replik, die sich gleichzeitig als Maler, Zahnarzt, Bauarbeiter, Informatiker, Business-Experte und tausend andere Rollen ausgibt.

Viele KI-Texte vermeiden klare Positionen.

Sie versuchen, möglichst niemandem zu widersprechen, und bleiben dadurch vage. Ohne eine erkennbare Meinung oder Botschaft verlieren Inhalte jedoch an Tiefe und Überzeugungskraft.

Komplexe Sachverhalte erfordern Kontext und fachliches Urteilsvermögen. KI neigt dazu, Themen zu vereinfachen oder ungenau darzustellen. Das kann zu oberflächlichen Erklärungen führen, die wichtige Details auslassen oder verzerren.

Die Qualität von KI-Texten kann derzeit kaum als vollwertiger Ersatz für von Menschen verfasste Inhalte angesehen werden. Jeder professionelle Buchautor wird sich an die Stirn fassen, sobald er einen KI-Text liest, der zwar formal korrekt wirkt, aber weder Tiefe, Stil noch eine erkennbare eigene Haltung besitzt.

KI-Texte können Informationen zusammenfassen und sprachlich ordentliche Ergebnisse liefern, doch es fehlt ihnen an persönlicher Perspektive, Erfahrung und kreativer Absicht.

Genau diese Qualitätsmerkmale schätzen wir Menschen.

SEO-Risiken und strategische Nachteile

KI-Texte werden im Grunde nur wegen der SEO-Vorteile erstellt. Die Leute suchen nach einer Abkürzung, um schnell SEO-Texte zu erstellen, in Google zu ranken und durch Links oder Werbung Geld zu verdienen. Gäbe es diesen Vorteil nicht, gäbe es auch keinen KI-Müll im Web.

Das heiß, sobald Google KI-Texte abwertet, hört der Unsinn auf.

Und an die Firmen, die gerade eifrig KI-Texte für ihre SEO-Vorteile publizieren, einige Punkte, die zu denken geben sollten:

  • Es besteht Duplicate-Content-Gefahr durch ähnliche KI-Texte, da alle die gleichen Tools nutzen
  • Es fehlt der Mehrwert gegenüber Konkurrenzseiten, die durch exzellente Expertise und Tiefe ihre Leser begeistern
  • Abhängigkeit von Algorithmus-Updates (irgendwann ist Schluss mit KI-Texten)
  • Kurzfristige Erfolge statt nachhaltiger Sichtbarkeit

Spätestens langfristig zeigt sich, dass vermeintliche Effizienzgewinne hohe Folgekosten verursachen können.

  • Nachträgliche Überarbeitung oder kompletter Relaunch
  • Imageverlust und Vertrauensschäden
  • Mehraufwand für Korrekturen und strategische Neuausrichtung
  • Verpasste Chancen für echte Differenzierung, die Konkurrenz wird sich dankbar zeigen :)

Ich wette mit meinem Bier darauf, dass langfristig folgende Dinge passieren werden:

Irgendwann sagt Google:

"Hey, hört auf zu spammen! Ich muss Trillionen von Texten verarbeiten, die alle gleich aussehen, klingen und schmecken."

Dann landen KI-Texte dort, wo sie hingehören: im digitalen Müll.

Die sogenannten Textgenerierungsprofis verlieren ihre Bedeutung, weil ihre Inhalte kaum nützlicher für das Web sind als automatisch zusammengesetzte Platzhaltertexte. Und das Web wird wieder ein Stück menschlicher.

Halleluja!

Fazit

Können wir das Internet bitte wieder menschlicher machen?

Ich mag KI als Tool. Ich nutze sie, um Recherchearbeit zu verkürzen, Kundeprofile zu erstellen oder Pain-Points einer Zielgruppe zu identifizieren. Oder um Sicherheitslücken in meiner Software zu finden, die ich übersehen habe. Oder um Artikelideen zu finden, die nützlich für meine Leser sein könnten.

Super Sache!

Und ja, ich nutze KI auch privat gerne, z. B. um schnell ein Rezept für mein nächstes Küchenprojekt zu finden.

KI kann wirklich nützlich sein, wenn man sie richtig nutzt.

Aber das, was damit gerade im Web angerichtet wird, kann nicht als der richtige Einsatzzweck dieser tollen Technologie angesehen werden. Es ist der höchste Grad an Missbrauch von Technologie und Diebstahl geistiger Werke anderer Menschen.

Und zum Schluss: Lass uns doch mal KI direkt fragen, wer der Urheber von KI-Text ist.

Was sagst du dazu, ChatGPT?

KI kann kein Urheber sein. Urheberrecht schützt "geistige Schöpfungen des Menschen". KI-Programme wie ChatGPT, Bard oder andere Tools können keine Rechte besitzen, weil sie keine natürliche Person sind. Ein Text, der vollständig von einer KI generiert wurde, hat also zunächst keinen menschlichen Urheber, und nach klassischem Urheberrecht ist er formal nicht schützbar. — ChatGPT

Danke, ChatGPT, das war sehr einleuchtend.

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