Texte für Websites mit KI erstellen? Risiken und bessere Alternativen

Vitali Lutz
Fachwissen für einfache Komplexität
Aktualisiert am 29. Juni 2026
Alarm 6:03 Minuten Lesezeit

Wenn ein großer Teil der Website-Betreiber künftig Texte ausschließlich mit KI erstellt, stellt sich die Frage, welche Auswirkungen dies langfristig auf Qualität, Originalität und Nutzererfahrung haben wird. Aus diesem Grund beleuchtet dieser Beitrag kritisch die automatische Texterstellung durch KI.

Der aktuelle Sachstand ist folgender:

Täglich entstehen neue Websites, die vollständig mit KI generierte Inhalte verwenden.

Auffällig ist, dass solche Seiten teilweise hohe Rankings in den Suchergebnissen erreichen. Dies wirft die Frage auf, inwiefern dadurch Websites benachteiligt werden, deren Inhalte manuell mit besonderer Sorgfalt und insbesondere authentisch erstellt wurden.

Die Frage, ob Google KI-generierte Texte zuverlässig erkennen kann, lässt sich nicht pauschal beantworten. Suchmaschinen nutzen eine Vielzahl von Signalen zur Bewertung von Inhalten, darunter Qualität, Relevanz, Originalität und Nutzerverhalten.

Ich greife dieses Thema auf, da der zunehmende Einsatz von KI im Web deutlich sichtbar ist.

Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-generierten Inhalten stellt sich die Frage, wie Suchmaschinen, Gesetzgeber und Rechteinhaber mit dieser Entwicklung umgehen werden.

Besonders diskutiert wird, welche Auswirkungen die massenhafte Erstellung von KI-Texten auf die Qualität von Suchergebnissen hat und in welchem Umfang Fragen des Urheberrechts sowie des geistigen Eigentums betroffen sind.

Suchmaschinen stehen dabei vor der Herausforderung, hochwertige und nützliche Inhalte von rein automatisiert erzeugten Masseninhalten zu unterscheiden. Gleichzeitig prüfen Regulierungsbehörden weltweit, ob bestehende Gesetze ausreichen oder neue rechtliche Rahmenbedingungen erforderlich sind.

Wie KI-generierte Inhalte langfristig rechtlich und wirtschaftlich eingeordnet werden, ist in vielen Bereichen noch offen. Fest steht jedoch, dass Themen wie Transparenz, Urheberrecht, Kennzeichnungspflichten und die Qualität von Inhalten künftig eine immer größere Rolle spielen werden.

Und die erste Frage zu KI-Texten sollte nicht überraschen:

Wem gehört ein KI generierter Text eigentlich?

KI-Texte stehen in einem grundlegenden Spannungsverhältnis zum Begriff des geistigen Eigentums. Sie entstehen nicht aus eigener schöpferischer Leistung, sondern aus der statistischen Rekombination bereits vorhandener Inhalte, die zuvor von Menschen geschaffen wurden.

Jemand schreibt einen Text und veröffentlicht ihn auf seiner Website oder in einem Dokument. KI greift diesen Text auf und nutzt ihn bei der Texterstellung.

Vorab lässt sich feststellen:

Das ist laut dem Urheberrechtsschutzgesetz strafbar.

KI-Unternehmen sehen sich derzeit vielfach mit teuren Abmahnungen konfrontiert. Sie verwenden Inhalte aus dem Internet, die ursprünglich von anderen erstellt wurden, und stellen diese ihren Nutzern zur freien Verfügung.

Solche Texte werden in großen Mengen als "Content" veröffentlicht, monetarisiert und von Suchmaschinen häufig belohnt — oft ohne klare Kennzeichnung oder rechtliche Einordnung. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen originärer geistiger Arbeit und automatisierter Texterstellung.

Wer KI-Texte als gleichwertigen Ersatz für von Menschen erstellte Inhalte betrachtet, entwertet journalistische, redaktionelle und kreative Arbeit.

Gleichzeitig wird damit ein zentrales Prinzip untergraben: Geistiges Eigentum ist an individuelle Leistung, Verantwortung und Urheberschaft gebunden.

Genau hier liegt das Kernproblem:

Im Web werden sie trotzdem oft so behandelt, als wären sie menschliche Werke. Viele Internetnutzer erkennen nicht einmal, dass sie gerade KI-generierte Worte lesen. Wer haftet nochmal für falsche oder irreführende Inhalte im Internet?

Warum KI-Texte für Websites so attraktiv erscheinen

Der Einsatz von KI ist verlockend: Texte entstehen in Sekunden, sind günstig und scheinbar vielseitig einsetzbar. Würde man einen Text von einem "menschlichen" Autor erstellen lassen, würde man pro Text 30 Euro und mehr bezahlen.

Und wenn es um SEO-Texte geht, dann steigt der Preis noch einmal deutlich. KI dagegen, kann SEO-Texte kostenlos und in Sekundenschnelle generieren.

Die Vorteile sind offensichtlich, ebenso wie die Tatsache, dass KI-Texte nicht geschützt werden können.

  • Schnelligkeit und Skalierbarkeit
  • Geringere Kosten im Vergleich zu menschlichen Textern
  • Einfache Bedienung ohne tiefere Textkompetenz
  • Hohe Textmengen für SEO-Zwecke

Das ist kaum verwunderlich, wenn man bedenkt, dass das Web zunehmend von KI-generierten Texten überflutet wird. Viele dieser Inhalte wirken leblos, ohne Persönlichkeit, ohne präzise Details und ohne die Sorgfalt, die menschliche Autoren einbringen.

Die Qualität von KI-Texten: Austauschbar statt überzeugend

Was KI in großer Menge produziert, fehlt es häufig an Tiefe, Individualität und echter Überzeugungskraft. Genau das sind die Eigenschaften, die ein menschlicher Schreiber den Texten verleiht:

  • Generische Formulierungen und Floskeln
  • Fehlende Markenstimme und Tonalität
  • Inhalte ohne klare Haltung oder Botschaft
  • Schwierigkeit, komplexe Themen präzise darzustellen

KI-generierte Texte bedienen sich oft allgemeiner Formulierungen und bekannter Floskeln. Das Ergebnis wirkt formal korrekt, bleibt jedoch austauschbar. Es fehlt an sprachlicher Präzision, Originalität und Wiedererkennungswert. Unternehmen, die auf solche Texte setzen, laufen Gefahr, ihre Marke langfristig zu schwächen.

Eine klare Markenstimme entsteht durch Haltung, Erfahrung und bewusste sprachliche Entscheidungen. KI kann zwar Tonlagen imitieren, trifft aber selten den Kern einer Marke. Das Ergebnis wirkt oft neutral und beliebig, statt authentisch.

Viele KI-Texte vermeiden klare Positionen.

Sie versuchen, möglichst niemandem zu widersprechen, und bleiben dadurch vage. Ohne eine erkennbare Meinung oder Botschaft verlieren Inhalte jedoch an Tiefe und Überzeugungskraft.

Komplexe Sachverhalte erfordern Kontext und fachliches Urteilsvermögen. KI neigt dazu, Themen zu vereinfachen oder ungenau darzustellen. Das kann zu oberflächlichen Erklärungen führen, die wichtige Details auslassen oder verzerren.

Die Qualität von KI-Texten kann derzeit kaum als vollwertiger Ersatz für von Menschen verfasste Inhalte angesehen werden. Jeder professionelle Buchautor wird sich an die Stirn fassen, sobald er einen KI-Text liest, der zwar formal korrekt wirkt, aber weder Tiefe, Stil noch eine erkennbare eigene Haltung besitzt.

KI-Texte können Informationen zusammenfassen und sprachlich ordentliche Ergebnisse liefern, doch es fehlt ihnen an persönlicher Perspektive, Erfahrung und kreativer Absicht. Genau diese Qualitätsmerkmale schätzen wir Menschen.

SEO-Risiken und strategische Nachteile

KI-generierte Texte werden häufig vor allem mit Blick auf mögliche SEO-Effekte erstellt.

Dabei steht oft der Wunsch im Vordergrund, Inhalte schneller und günstiger zu produzieren, Rankings zu erreichen und über Traffic oder Monetarisierung Vorteile zu erzielen. Ohne diesen Anreiz wäre der Anteil entsprechender Inhalte im Web vermutlich deutlich geringer.

Und ich stelle ganz klar die folgende Behauptung auf, weil ich absolut überzeugt davon bin:

Wenn Google KI-Texte abwertet, wird die KI-Texterstellung im Web deutlich zurückgehen.

Für Unternehmen, die aktuell verstärkt KI-Texte zur SEO-Optimierung einsetzen, ergeben sich einige wichtige Überlegungen:

  • Es besteht Duplicate-Content-Gefahr durch ähnliche KI-Texte, da alle die gleichen Tools nutzen.
  • Es fehlt der Mehrwert gegenüber Konkurrenzseiten, die durch exzellente Expertise und Tiefe ihre Leser begeistern.
  • Abhängigkeit von Algorithmus-Updates (irgendwann ist Schluss mit KI-Texten).
  • Kurzfristige Erfolge statt nachhaltiger Sichtbarkeit.

Spätestens langfristig zeigt sich, dass vermeintliche Effizienzgewinne hohe Folgekosten verursachen können.

  • Nachträgliche Überarbeitung oder kompletter Relaunch.
  • Imageverlust und Vertrauensschäden.
  • Mehraufwand für Korrekturen und strategische Neuausrichtung.
  • Verpasste Chancen für echte Differenzierung.

Langfristig könnten sich verschiedene Entwicklungen im Umgang mit KI-generierten Inhalten ergeben.

Denkbar ist, dass Suchmaschinen ihre Qualitäts- und Bewertungsmechanismen weiter verfeinern, um große Mengen inhaltlich ähnlicher oder wenig differenzierter Texte besser einzuordnen und die Relevanz für Nutzer stärker in den Vordergrund zu stellen.

Fazit

KI ist für mich vor allem ein Werkzeug: Sie hilft, Rechercheaufwand zu reduzieren, Zielgruppenprofile zu erstellen oder die Pain-Points von Kunden zu erkennen.

Ebenso lässt sich sie einsetzen, um Sicherheitslücken in Software aufzudecken oder neue Artikelideen zu entwickeln, die für die eigene Leserschaft echten Mehrwert bieten.

Und ja, auch im privaten Bereich setze ich KI gerne ein — etwa, um zügig ein Rezept für das nächste Küchenprojekt zu finden. KI kann wirklich nützlich sein, wenn man sie richtig nutzt.

Das, was aktuell vielerorts im Web mit KI passiert, stellt keinen sachgerechten Einsatz dieser Technologie dar. Vielmehr handelt es sich um eine extreme Form des Missbrauchs, bei der fremde geistige Werke ohne Zustimmung genutzt werden. Das ist eine klare Verletzung von Urheberrechten.

Und zum Schluss können wir KI direkt fragen, wer der Urheber der KI-Texte ist:

KI kann kein Urheber sein. Urheberrecht schützt "geistige Schöpfungen des Menschen". KI-Programme wie ChatGPT, Bard oder andere Tools können keine Rechte besitzen, weil sie keine natürliche Person sind. Ein Text, der vollständig von einer KI generiert wurde, hat keinen menschlichen Urheber, und nach klassischem Urheberrecht ist er formal nicht schützbar. — ChatGPT

Wer Texte mithilfe von KI generiert, kann nicht deren Urheber sein. Das sagt uns direkt ein KI-Programm.

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