
WordPress Updates wirken auf den ersten Blick banal. Ein Klick hier, ein Hinweis dort. Und trotzdem werden sie oft aufgeschoben.
Warum? Weil viele die Sorge haben: "Wenn ich jetzt update, geht nachher etwas kaputt."
Diese Sorge ist berechtigt.
Auch wenn Updates leicht zu erledigen sind, besteht immer das Risiko, dass nach dem Update etwas kaputtgeht. Genau deshalb sollte man Updates nicht nebenbei erledigen, sondern sich bewusst darum kümmern.
Bei einfachen WordPress-Websites, die ein Standard-Theme und eine Handvoll Plugins verwenden, ist ein Update in der Regel unproblematisch, es sei denn, man installiert sehr komplexe Plugins wie WooCommerce.
Sobald die Website komplexer oder die Plugin-Liste länger wird, treten Updateprobleme auf. In einem solchen Fall gehe ich im Rahmen meiner WordPress-Wartungstätigkeit einen sicheren Weg: Ich kopiere die Website, teste dort die Updates und lasse sie erst danach auf der produktiven Website laufen.
Sicher ist sicher, und manchmal erspart es jede Menge Kopfschmerzen und Probleme.
Welche WordPress-Updates gibt es überhaupt?
Wenn wir über WordPress-Updates sprechen, geht es im Grunde um drei Bereiche:
- WordPress-Core-Updates — das eigentliche System, das sehr komplex ist
- Plugin-Updates — Erweiterungen mit zusätzlichen Funktionen
- Theme-Updates — Design und teils auch Logik der Website
Diese drei Elemente hängen eng zusammen.
Ein Plugin greift auf das System zu, ein Theme wiederum interagiert mit den Plugins. Alles ist miteinander verbunden und funktioniert. Wenn ein Teil kaputtgeht, kann das gesamte System beeinträchtigen und dazu führen, dass die Website nicht mehr funktioniert.
Hast du dich schon einmal gefragt, warum so viele Plugins oder Themes bei WordPress über lange Zeit keine Updates erhalten? Der Grund ist einfach:
Mit jedem WordPress-Core-Update können neue Komplexitäten entstehen. Dadurch sind Entwickler von Themes und Plugins oft gezwungen, Anpassungen vorzunehmen. Viele scheuen jedoch den Aufwand, ihr Produkt regelmäßig zu aktualisieren und an Veränderungen im WordPress-Ökosystem anzupassen.
Es handelt sich um ein äußerst komplexes System, in dem alles miteinander verknüpft ist und sich gegenseitig beeinflusst. Manchmal ist es ein Wunder, wie manche komplexen Komponenten ineinandergreifen und sogar noch Updates laufen, ohne die Websitefunktion zu beeinträchtigen.
Betrachtet man sich allein die Vorlagenhierarchie von WordPress, die für viele Plugins und Themes relevant ist, weil sie WordPress-Seiten auf eine besondere Weise manipulieren oder ändern, dann wird das Ausmaß der Komplexität klar.
Und jetzt packt man auf diese monströse Komplexität auch noch ein Shop-Plugin drauf, das massiv in die Seitenstruktur und Kernfunktionen von WordPress eingreift. Dann beginnt der Spaß, wenn man unbedacht Updates macht, vor allem voreilig.
Dadurch besteht immer das Risiko, dass selbst dann, wenn man nur einen einzelnen Teil des Systems aktualisiert — zum Beispiel ein scheinbar einfaches Theme — die gesamte Website nicht mehr richtig funktioniert oder im schlimmsten Fall komplett ausfällt.
Deshalb ist ein Update selten nur "ein einzelner Klick".
Warum WordPress-Updates so wichtig sind
Updates bringen nicht nur neue Funktionen oder kosmetische Änderungen mit sich. Sehr häufig schließen sie auch Sicherheitslücken.
Gerade deshalb sind sie so wichtig: WordPress wird besonders häufig angegriffen, weil fast die Hälfte aller Websites weltweit WordPress als zugrunde liegendes System nutzt. Diese große Verbreitung macht es für Angreifer besonders attraktiv.
Mit einem aktuellen Marktanteil von ca. 50 % im gesamten Markt für Systeme zur Erstellung und Verwaltung von Websites ist es nicht überraschend, dass WordPress ein beliebtes Ziel von Attacken ist.
Viele Angriffe auf Websites passieren nicht, weil jemand gezielt deine Seite ausgewählt hat. Stattdessen suchen automatisierte Skripte systematisch nach bekannten, veralteten Schwachstellen.
Und genau diese Schwachstellen werden mit den WordPress-Core-Updates behoben und geschlossen. Deshalb sind regelmäßige Updates ein entscheidender Bestandteil der Website-Sicherheit. Es geht um die Sicherheit der WordPress-Website, und das sollte man als Betreiber ernst nehmen.
Ein typisches Praxisbeispiel:
- Eine Website läuft seit Monaten problemlos
- Ein Plugin wurde lange nicht aktualisiert
- Genau für diese alte Version taucht eine bekannte Sicherheitslücke auf
- Die Seite wird Teil eines Angriffs, ohne dass der Betreiber etwas merkt
Eine Website, die nicht regelmäßig aktualisiert wird, wird mit der Zeit unsicher — ganz unabhängig davon, wie "klein" oder "unauffällig" sie ist.
Sobald WordPress installiert und im Internet erreichbar ist, muss die Website geschützt und konsequent aktualisiert werden. Es gibt keine Ausnahmen!
Warum Updates auch Risiken haben können
Und jetzt der Teil, den viele verschweigen:
Ja, Updates können Probleme verursachen.
Das würde im Marketing natürlich nicht besonders gut aussehen, wenn WordPress nicht als das einfachste CMS der Welt beworben würde, sondern als eines, das nach Updates am häufigsten Probleme verursacht.
Doch genau das zeigt sich in der Praxis immer wieder: Durch die Vielzahl an Themes, Plugins und individuellen Anpassungen entsteht ein komplexes Geflecht, in dem selbst kleine Änderungen unerwartete Auswirkungen haben können.
Zum Beispiel:
- Plugins vertragen sich nach dem Update nicht mehr
- ein Theme ist nicht auf die neue Version vorbereitet
- bestimmte Funktionen sehen plötzlich anders aus oder fehlen
Ein reales Szenario aus der Praxis:
Nach einem Plugin-Update funktioniert plötzlich das Kontaktformular nicht mehr. Die Website ist zwar weiterhin online, aber Anfragen kommen nicht mehr an. Oft fällt so etwas erst Tage später auf.
Und was passiert, wenn man, wie in meinem Fall, Kundenanfragen über ein Kontaktformular erhält? Dann bedeutet ein solcher Fehler im schlimmsten Fall: verlorene Anfragen, verlorene Kunden und letztlich verlorener Umsatz.
Nach einem Update fällt eine Funktion aus. Das bemerkt man erst Tage oder Wochen später. Im schlimmsten Fall hat man in dieser Zeit Umsatz verloren.
Genau deshalb sind Updates so wichtig, aber sie sind keineswegs banal. Das wird häufig verschwiegen, stattdessen wird WordPress als das flexibelste und einfachste System für Websites beworben.
"Einfach auf Aktualisieren klicken" ist nicht immer die beste Lösung, wie wir im Laufe dieses Artikels gesehen haben. Updates erfordern Planung, Tests und ein gewisses Verständnis für die Abhängigkeiten im System. Nur so lassen sich Sicherheit und Stabilität gleichermaßen gewährleisten.
Wie Updates professionell durchgeführt werden
Wenn ich Updates durchführe, dann niemals blind. Ich folge einem klaren Plan und arbeite nach einem festen System, das ich jedes Mal konsequent durchgehe:
- erst einmal Überblick verschaffen: Was ist installiert? Was hängt wovon ab?
- Backup vor jedem Update (mehr dazu unter Backup)
- Entscheiden, ob man die Updates direkt live durchführt oder sie vorsichtshalber auf einem Testsystem testet
- Updates kontrolliert durchführen, nicht alles gleichzeitig
- danach prüfen, funktioniert alles wie vorher?
- wenn nein, den Fehler ergründen und den vorherigen Zustand der Website wiederherstellen
- versuchen, den Fehler zu beheben und das Update erneut auszuführen
Nicht jedes Update muss sofort automatisch eingespielt werden.
Manchmal ist es sinnvoll, zu warten — und dann bewusst zu handeln. Wenn zum Beispiel ein Theme oder Plugin noch nicht vollständig für die neue WordPress-Version vorbereitet ist, lasse ich das Update gezielt aus, bis alle Erweiterungen kompatibel sind.
Sollte innerhalb weniger Tage kein Update vom Entwickler für das betreffende Plugin oder Theme bereitgestellt werden, informiere ich den Wartungskunden über die möglicherweise problematische Erweiterung und unterstütze ihn dabei, gegebenenfalls einen Ersatz zu finden.
In meiner Praxis gab es einmal einen interessanten Vorfall ...
Ein Kunde nutzte auf seiner Website ein Plugin, das automatisch Veranstaltungen und Termine auf der Startseite anzeigte. Nachdem der Entwickler das Plugin nicht mehr pflegte, funktionierte es nach einem WordPress-Update nicht mehr. Die Termine wurden nicht mehr angezeigt.
Ich musste die Entscheidung treffen, ob ich nach einem anderen Plugin mit identischer Funktionalität suchen sollte oder das bestehende Plugin anpassen sollte, damit es mit der aktuellen WordPress-Version wieder lauffähig ist.
Ich entschied mich für die zweite Option.
Ich habe das Plugin angepasst, sodass die Veranstaltungsübersicht wieder zuverlässig auf der neuen WordPress-Version angezeigt wird und Besucher stets aktuelle Informationen sehen. Außerdem stellte ich sicher, dass das Plugin nicht mehr so schnell inkompatibel mit neuen WordPress-Versionen wird.
Hätte ich die Anpassung nicht vorgenommen, würden wichtige Teile der Website nicht mehr funktionieren.
In diesem Fall war die Anpassung unbedingt notwendig, auch wenn sie für mich zusätzlichen Aufwand bedeutete, der bei einer normalen WordPress-Wartung normalerweise nicht enthalten ist.
Es zeigt: Verantwortungsvolle Wartung geht manchmal über Standard-Updates hinaus, um die volle Funktionalität der Website zu sichern. Solche Fälle sind zwar eher die Ausnahme, aber notwendig, um sicherzustellen, dass die Website zuverlässig funktioniert und gleichzeitig der WordPress-Kern stets aktuell bleibt.
Das ist nicht einfach "mal schnell machen". Das ist ein verantwortungsvolles Vorgehen, dafür bezahlen mich die Wartungskunden.
Es geht nicht darum, blind Updates einzuspielen oder jeden Trend sofort mitzumachen. Sondern darum, die Website sicher, funktionstüchtig und zukunftsfähig zu halten — für den Betreiber und seine Kunden.
Automatische oder manuelle WordPress-Aktualisierungen?
WordPress lässt sich auch automatisch aktualisieren, wovon viele Websites profitieren könnten. Im Admin-Dashboard von WordPress geht man im Menü auf Dashboard → Aktualisierungen. WordPress zeigt dann auf einen Blick, welche Updates für WordPress selbst und alle installierten Erweiterungen anstehen und nötig sind.
Es lassen sich automatische Updates einstellen, die eine "automatische Wartung von WordPress" übernehmen.
Automatische Updates bieten einige Vorteile:
- sie schließen Lücken schnell
- man vergisst sie nicht
Aber sie haben auch Nachteile:
- Automatische Updates können inkompatible Erweiterungen nicht berücksichtigen
- Inkompatibilitäten und Konflikte bleiben unbemerkt
- Fehler fallen meist erst auf, wenn Teile der Website beeinträchtigt werden oder die gesamte Website ausfällt
In der Praxis ist es selten schwarz oder weiß. Manche Updates können automatisch laufen, andere sollten bewusst geprüft werden. Die richtige Lösung hängt immer von der jeweiligen Website ab, nicht von einer pauschalen Regel.
Aktualisierung von WordPress als Teil der Wartung
Updates sind ein fester Bestandteil der laufenden WordPress-Wartung.
Wenn du eine Dienstleistung für WordPress-Wartung suchst, achte immer darauf, dass nicht nur der WordPress-Kern aktualisiert wird, sondern auch alle Erweiterungen (Plugins und Themes). Diese müssen unbedingt im Wartungsplan enthalten sein, um Sicherheit und Funktionalität der Website dauerhaft zu gewährleisten.
Aktualisierungen wirken direkt zusammen mit:
Wenn keine regelmäßige Wartung erfolgt, geraten Updates schnell in Vergessenheit. Und dann entsteht genau die Situation, die später zu Stress führt. Im schlimmsten Fall führt das zu Umsatzverlust.
Das muss nicht sein.
Für wen sich professionelle Updates lohnen
Professionelle Updates sind besonders sinnvoll für:
- Selbstständige
- kleine und mittlere Unternehmen
- Websites mit Kundenkontakt
- alle, die sich keine Ausfälle leisten wollen
Nicht für:
- riesige Konzerne mit eigenen Entwicklerteams
- WordPress-Betreiber, die sich gerne mit Updates und Website-Problemen beschäftigen
- alle, die 100-prozentige Kontrolle über die Updates behalten wollen
Umsatzkritische Websites müssen planmäßig und vorsichtig aktualisiert werden. Jeder Ausfall bedeutet Umsatzverlust. Bei einfachen oder privaten WordPress-Sites sind Probleme bei Updates dagegen nicht kritisch und können in der Regel schnell behoben werden.
Je komplexer eine Website ist, desto vorsichtiger müssen Updates angewendet werden. Man sollte nicht zu voreilig sein und immer vorausschauend handeln.
Möchtest du dich nicht selbst um Updates kümmern?
Du kannst Updates selbst machen. Aber du musst es nicht.
Wenn du möchtest, dass jemand deine Website im Blick behält, Updates sauber durchführt und anschließend auch wirklich prüft, dann ist WordPress-Betreuung genau das Richtige für dich.
Wenn du Updates nicht dem Zufall überlassen willst, entscheide dich für eines der Wartungspakete auf dieser Seite. Ich kümmere mich dann regelmäßig um Updates und viele andere technische Aspekte deiner Website.